
Die USA waren viele Jahre lang das attraktivste Bildungsziel für internationale Studierende. Die kürzlich von der Trump-Administration eingeführten Visabeschränkungen haben diese Situation jedoch rapide verändert. Es wurde angekündigt, dass Studentenvisa nicht mehr für die Dauer des jeweiligen Programms, sondern für maximal vier Jahre erteilt werden. Auch Visa für Austauschprogramme und Pressevertreter werden zeitlich begrenzt. Die neu eingeführte „Visa Integrity Fee“ hat die Antragskosten auf bis zu 442 US-Dollar erhöht. Diese Regelungen haben nicht nur die Zukunft von Studierenden, sondern auch von Universitäten unsicher gemacht. Führende Institutionen wie Harvard wurden beschuldigt, die Zulassung internationaler Studierender ausgesetzt zu haben, wodurch Tausende von Bewerbungen gefährdet und die akademische Landschaft in den USA erschüttert wurden (https://www.theguardian.com/us-news/2025/aug/29/trump-immigration-visa-restrictions).
Diese verschärften Beschränkungen haben zu erheblichen Verlusten im US-Bildungssektor geführt und den Zustrom von Studierenden nach Europa beschleunigt. Deutschland sticht mit einem Anstieg der Zahl indischer Studierender um fast 20 Prozent hervor und beherbergt derzeit mehr als 60.000 indische Studierende. Politische Stabilität, erschwingliche Studiengebühren und Berufsmöglichkeiten nach dem Studium machen Deutschland zunehmend attraktiver. Während in Frankreich die Bewerbungen an Business Schools wie der ESCP und der HEC Paris zunehmen, verzeichnen Deutschland und andere europäische Länder auch ein großes Interesse amerikanischer Studierender (https://timesofindia.indiatimes.com/education/study-abroad/germany-welcomes-more-from-india-while-student-arrivals-to-the-us-plunge-the-new-geography-of-indian-ambition/articleshow/123472306.cms).
Die Europäische Union plant, von diesem Trend zu profitieren. In Brüssel forderten Parlamentarier den weiteren Ausbau von Programmen wie Erasmus+ und Horizont Europa für internationale Studierende, die durch die US-Politik benachteiligt sind. Europa könnte sich somit langfristig zu einer stärkeren Alternative für die internationale akademische Führung entwickeln (https://euobserver.com/eu-and-the-world/ar771dc3dc).
Der Verlust der traditionellen Attraktivität der USA verändert nicht nur die individuellen Pläne der Studierenden, sondern auch die globalen akademischen Bilanzen. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass Europa eine zentrale Rolle in der internationalen Studierendenmobilität übernehmen könnte.