Die Welt wird täglich instabiler, fragiler und unberechenbarer. Kriege, autoritäre Prozesse, politische Repression und Wirtschaftskrisen haben tiefgreifende Auswirkungen nicht nur auf Gesellschaften, sondern auch auf Universitäten und die akademische Freiheit.
Die erzwungene Emigration von Wissenschaftlern bedeutet nicht nur einen Karriererückschlag, sondern auch einen Verlust wissenschaftlichen Wissens, Bildungskapazitäten und intellektueller Leistung für ein Land. Dieser Verlust vollzieht sich jedoch oft im Stillen. Die entstehenden Lücken in Universitätsgebäuden, Forschungslaboren und Hörsälen sind oft nicht sofort erkennbar.
Zahlreiche Wissenschaftler in verschiedenen Teilen der Welt sind heute gezwungen, ihre Länder aufgrund von Krieg, politischer Repression oder Sicherheitsbedenken zu verlassen. Von der Ukraine bis Gaza, vom Sudan bis Afghanistan, von der Türkei bis Russland und nun auch bis zum Iran versuchen Wissenschaftler in vielen Regionen, sich inmitten von Unsicherheit ein neues Leben aufzubauen.
Exil und Migration bedeuten nicht immer einen Neuanfang. Im Gegenteil: Es bedeutet oft den Beginn eines langen Kampfes, geprägt von akademischer Isolation, befristeten Verträgen, Sprachbarrieren und finanziellen Schwierigkeiten. Deshalb ist akademische Solidarität so wichtig. Die Unterstützung benachteiligter Wissenschaftlerinnen, die Schaffung von Stipendienmöglichkeiten, die Erleichterung ihres Zugangs zu akademischen Netzwerken und die Begleitung bei ihrer Eingewöhnung in neue akademische Umgebungen sind nicht nur individuelle Hilfe, sondern auch ein Beitrag zum Schutz des wissenschaftlichen Outputs. Jede geförderte Wissenschaftlerin trägt zur Kontinuität des wissenschaftlichen Denkens bei.
Während der Unterstützungsbedarf steigt, erschwert die weltweit zunehmende Fremdenfeindlichkeit den Prozess zusätzlich. In vielen Ländern sehen sich Wissenschaftlerinnen nicht nur mit den Härten des Exils konfrontiert, sondern auch mit Fremdenfeindlichkeit, bürokratischen Hürden und akademischer Unsicherheit. Daher ist akademische Solidarität heute wichtiger denn je.
Initiativen wie Academic Solidarity leisten mehr als nur die Unterstützung einzelner Wissenschaftlerinnen. Mit Ihrer Unterstützung wächst Academic Solidarity und trägt auch zum Schutz der akademischen Freiheit, zur Fortsetzung des wissenschaftlichen Outputs und zur Stärkung demokratischer Gesellschaften bei.
Die Betreuung von Wissenschaftlern, die Vergabe von Stipendien oder die Erschließung akademischer Netzwerke mögen wie kleine Schritte erscheinen. Doch genau diese Schritte ermöglichen es isolierten Akademikern, wieder zu lehren, zu forschen und neue Hoffnung zu schöpfen.
Angesichts der zunehmenden Unsicherheit in der Welt wird akademische Solidarität mehr als nur eine Option; sie ist eine Verpflichtung. Obwohl die Zahl der Menschen, die wir materiell und moralisch unterstützen, jährlich steigt, ist dies angesichts des immensen Bedarfs nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Daher laden wir Sie ein, Academic Solidarity sowie ähnliche gemeinnützige Initiativen zu unterstützen. Wenn Akademiker den Halt verlieren und sich von der Gesellschaft entfremden, gehen nicht nur Einzelpersonen, sondern auch wertvolles Wissen verloren.