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Wissenschaft pro Demokratie

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Wissenschaft pro Demokratie

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tragen Verantwortung, wenn Wissenschaftsfreiheit, offene Debatten oder grundlegende gesellschaftliche Werte unter Druck geraten.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tragen Verantwortung nicht nur für ihre Forschung, sondern auch für die Gesellschaft, in der diese Forschung stattfindet. Wissenschaftliche Expertise allein garantiert noch keine gute gesellschaftliche Entwicklung. Wenn sich Akademikerinnen und Akademiker aus politischen und gesellschaftlichen Debatten vollständig zurückziehen, überlassen sie diese Räume anderen – und riskieren, dass Entscheidungen zunehmend ohne wissenschaftliche Perspektive, kritische Reflexion und langfristige Verantwortung getroffen werden.

Deshalb gehört es aus unserer Sicht auch zur akademischen Verantwortung, sich gesellschaftlich und politisch einzubringen. Dabei müssen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler keineswegs dieselben politischen Überzeugungen vertreten. Sie können liberal, konservativ, sozialdemokratisch, ökologisch oder von anderen politischen Traditionen geprägt sein. Entscheidend ist vielmehr, dass Wissenschaft nicht mit Gleichgültigkeit gegenüber gesellschaftlichen Entwicklungen verwechselt wird. Methodische wissenschaftliche Unabhängigkeit und gesellschaftliches Engagement schließen sich nicht aus.

Vor diesem Hintergrund möchten wir auf das Symposium „Wissenschaft pro Demokratie“ aufmerksam machen, das am 6. Oktober 2026 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften stattfindet.

Ausgehend von den Erfahrungen der Covid-19-Pandemie widmet sich das Symposium unter anderem der Desinformation, den Angriffen auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, der Wissenschaftskommunikation sowie den Auswirkungen illiberaler und autoritärer Entwicklungen auf Wissenschaft und Demokratie. Ziel ist es, Gefährdungen zu diskutieren und mögliche Gegenstrategien zu entwickeln.

Die wissenschaftliche Leitung besteht überwiegend aus bekannten Vertreterinnen und Vertretern der Virologie und Infektiologie, darunter Marylyn Addo, Sandra Ciesek, Christian Drosten, Gerd Fätkenheuer, Beate Kampmann, Florian Klein, Bernd Salzberger und Jörg Timm. Die eingeladenen Sprecherinnen und Sprecher sowie die Themen des Symposiums gehen jedoch deutlich über diese Fachgebiete hinaus. Vertreten sind unter anderem Kommunikationswissenschaft, Kognitionspsychologie, Politikwissenschaft, Klimaforschung, Friedens- und Konfliktforschung, Geschichtswissenschaft sowie Verfassungs- und Sozialrecht.

Das Programm reicht von „Fakten vs. Fake News“ und strategischer Impfkommunikation über Angriffe auf Forschende und die Frage, was geschieht, wenn Fakten nicht mehr überzeugen, bis hin zur aktiven Verteidigung von Wissenschaft und Demokratie. Auch Erfahrungen aus anderen Ländern und die Folgen illiberaler Regierungspolitiken für die Wissenschaft sollen diskutiert werden.

Veranstaltet wird das Symposium vom Charité Center für Global Health, der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung und der Gesellschaft für Virologie. Die Veranstaltung richtet sich ausdrücklich nicht nur an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern auch an Politik, Journalismus, Wissenschaftsorganisationen, Stiftungen und zivilgesellschaftliche Akteure. Anmeldeschluss ist der 22. September 2026.

Für Academic Solidarity ist besonders die dahinterstehende Frage von Interesse: Welche Verantwortung haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wenn Wissenschaftsfreiheit, offene Debatten oder grundlegende gesellschaftliche Werte unter Druck geraten?

Wir meinen: Wissenschaft braucht Freiheit – aber Freiheit braucht auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bereit sind, ihre Stimme zu erheben.

Weitere Informationen und Anmeldung: https://wpd-symposium.de/