Start Alle Kategorien-de Aktuell Könnte Trumps zunehmende Einmischung in die Wissenschaft eine neue Chance für den Braindrain in Europa sein?

Könnte Trumps zunehmende Einmischung in die Wissenschaft eine neue Chance für den Braindrain in Europa sein?

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Könnte Trumps zunehmende Einmischung in die Wissenschaft eine neue Chance für den Braindrain in Europa sein?

Auch in seiner zweiten Amtszeit setzt US-Präsident Donald Trump seine Einschränkungen für internationale Wissenschaftler fort. Ab 2025 verschickt die US-Regierung neue Fragebögen, insbesondere an Wissenschaftler, die Fördermittel aus dem Ausland erhalten oder mit US-amerikanischer Unterstützung arbeiten. Diese Entwicklung löst bei Forschern in Europa Besorgnis und Misstrauen aus. An manchen Universitäten müssen Forscher für Projekte, die sie mit amerikanischen Partnern durchführen, einen Fragebogen ausfüllen, der als „wissenschaftliches Sicherheitsscreening“ bezeichnet wird. Zu den Fragen gehören die internationalen Kooperationen des Forschers, sein politischer Hintergrund, seine Finanzierungsquellen und sogar Themen einiger seiner veröffentlichten Arbeiten.

Trump erregte während seiner ersten Amtszeit als Präsident mit seinem harten Vorgehen gegen chinesische Wissenschaftler Aufmerksamkeit. Nun wird dieselbe Politik der Unterdrückung und Unsicherheit auch auf die Länder der Europäischen Union ausgeweitet. Als Reaktion darauf kündigte die Europäische Kommission im vergangenen Monat an, dass sie Visaerleichterungen für Forscher aus den USA sowie beschleunigte Verfahren zur Beantragung gemeinsamer Projekte einführe, die mit den Mitteln von Horizont Europa kompatibel seien. Auf diese Weise müssen Wissenschaftler in den USA mit weniger Bürokratie rechnen, wenn sie an Einrichtungen in Europa arbeiten oder vorübergehend forschen möchten. EU-Vertreter sagen, dieser Prozess sei sowohl im Hinblick auf den Schutz der wissenschaftlichen Freiheit als auch im Hinblick auf die Gewinnung talentierter Talente von strategischer Bedeutung.

Die neue repressive Wissenschaftspolitik der Trump-Regierung eröffnet Europa neue Chancen, erschwert aber gleichzeitig die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit den USA. Europäische Universitäten, insbesondere jene, die Wert auf Prinzipien wie finanzielle Unabhängigkeit, Publikationsfreiheit und Forschungssicherheit legen, könnten diese Entwicklungen mit einem umgekehrten Braindrain krönen. Dieser Prozess könnte nicht nur die wissenschaftliche Produktion verändern, sondern auch die Richtung des globalen Informationsflusses.